Deutsche Möbelindustrie setzt im ersten Quartal 4,6 Prozent weniger um

15. Mai 2025

BAD HONNEF/HERFORD. Die deutsche Möbelindustrie hat im ersten Quartal dieses Jahres laut amtlicher Statistik einen Umsatz von rund 3,9 Milliarden Euro erzielt, ein Rückgang von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Inland setzten die heimischen Möbelproduzenten mit 2,6 Milliarden Euro rund 5 Prozent weniger um. Der Auslandsumsatz lag mit knapp 1,3 Milliarden Euro um rund 3 Prozent unter dem Vergleichszeitraum. Die Exportquote betrug unverändert rund 33 Prozent. Die Küchenmöbelindustrie zeigte im Auftaktquartal mit einem vergleichsweise geringen Umsatzminus von 1,8 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro erste Stabilisierungstendenzen, was sich auch aus dem leicht positiven Auftragseingang im bisherigen Jahresverlauf ablesen lässt. Im Monat März zog der Umsatz der gesamten deutschen Möbelindustrie leicht um 0,6 Prozent an.

„Unsere Branche hat im ersten Quartal weiterhin die große Verunsicherung der Verbraucherinnen und Verbraucher infolge der politischen Krisen und der gestiegenen Lebenshaltungskosten zu spüren bekommen, die offenbar nur in kleinen Schritten überwunden wird“, stellt Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), fest. „Die Menschen in Deutschland legen ihr Geld derzeit lieber auf die hohe Kante, als es in Konsumgüter zu investieren.” Laut GfK hellte sich das Konsumklima im April zwar leicht auf, blieb aber auf niedrigem Niveau. Leicht aufwärts ging es im April auch mit der Stimmung in der deutschen Möbelindustrie, wie das Ifo-Institut meldete. Dementsprechend sank die Nutzung der Kurzarbeit spürbar. Hatten im ersten Quartal dieses Jahres noch 44 Prozent der vom Verband befragten Möbelproduzenten Kurzarbeit angemeldet, planen im laufenden zweiten Quartal nur noch 20 Prozent der Unternehmen den Einsatz dieses Instruments.

Im Auftaktquartal kam es im Segment der sonstigen Möbel (darunter Wohn- , Ess- und Schlafzimmermöbel) und Möbelteile zu einem Rückgang von 3,8 Prozent. Die Büro- und Ladenmöbelhersteller verzeichneten ein Umsatzminus von 6,3 Prozent. Die Polstermöbelhersteller setzten 9,8 Prozent weniger um als im Vorjahresquartal. Im Segment Matratzen gab eine Einbuße in Höhe von 18,3 Prozent. Insgesamt reduzierte sich die Zahl der Möbelbetriebe (mit 50 und mehr Beschäftigten) um 3,5 Prozent auf 401; die Zahl der Beschäftigten sank um 4 Prozent auf 69.159.

„Da Deutschland nun wieder eine handlungsfähige Regierung besitzt, der US-Handelskonflikt vorrübergehend entschärft ist und sich die Inflation abgeschwächt hat, setzen wir auf eine weitere Verbesserung der Verbraucherstimmung in den kommenden Monaten und eine Belebung der Möbelnachfrage im Herbst”, sagt Kurth. Mit Blick auf das Regierungsprogramm dringt die Branche auf eine zügige Realisierung der im Koalitionsvertrag verabredeten Maßnahmen zur Belebung des Wohnungsbaus, zum Bürokratieabbau und den Steuererleichterungen für Wirtschaft und Verbraucher. „Der neuen Bauministerin Verena Hubertz wünschen wir viel Erfolg und Durchsetzungsvermögen, um sehr schnell für mehr Wohnraum zu sorgen. Dabei brauchen wir neben einer Beschleunigung der Genehmigungsverfahren allerdings auch eine Bündelung und Intensivierung der Fördermaßnahmen”, so Kurth.

Neueste Beiträge

Deutsche Polstermöbelindustrie steht weiter vor großen Herausforderungen 

HERFORD. Die deutschen Polstermöbelhersteller haben in den ersten sieben Monaten dieses Jahres Umsatzrückgänge von rund 7 Prozent verzeichnet. Der Gesamtumsatz beträgt rund 540 Millionen Euro …

Umsatz der deutschen Möbelindustrie liegt im ersten Halbjahr um 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau

BAD HONNEF/HERFORD. Die deutsche Möbelindustrie hat laut amtlicher Statistik in der ersten Hälfte dieses Jahres rund 7,9 Milliarden Euro umgesetzt, ein Minus von 5,1 Prozent …

Alfons Schmunkamp als Verbands-Vorsitzender wiedergewählt

Oldenburg, 30.06.2025. Bisheriger und neuer Vorsitzender des Landesverband Niedersachsen und Bremen der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie e. V. ist Alfons Schmunkamp. Die Mitgliederversammlung bestätigte …

Deutsche Möbelausfuhren liegen im ersten Quartal 2025 auf Vorjahresniveau

BAD HONNEF/HERFORD. Das Exportgeschäft der deutschen Möbelbranche hat sich im ersten Quartal dieses Jahres stabilisiert. Die Möbelausfuhren erreichten laut der vorläufigen Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamts …

Deutsche Möbelindustrie setzt im ersten Quartal 4,6 Prozent weniger um

BAD HONNEF/HERFORD. Die deutsche Möbelindustrie hat im ersten Quartal dieses Jahres laut amtlicher Statistik einen Umsatz von rund 3,9 Milliarden Euro erzielt, ein Rückgang …

Alle Beiträge