VDM/VHK: Der Wunsch nach Geborgenheit und Nachhaltigkeit ist der Treiber für die Einrichtung im Jahr 2021

17. Januar 2021

BAD HONNEF/HERFORD. Die Pandemie beeinflusst langfristig unsere Einrichtung, und so sind auch die Möbeltrends 2021 von dem Wunsch nach einem sicheren und gesunden Wohnen sowie der zunehmenden Wertschätzung von Ökologie und Nachhaltigkeit geprägt. Die Hersteller bieten neue Lösungen für das Homeoffice, viel Komfort und Smartes sowie Erholung in Bad, Wohnraum und Schlafzimmer. In der Küche wird wieder viel gekocht. Neben der Wohnlichkeit steht deshalb bei der Küchenmöblierung die Funktionalität stark im Fokus.

Das vergangene Jahr hat unser Wohnen verändert. Der Lockdown hat uns, im wahrsten Sinne des Wortes, zu Hause „sitzen lassen“, und wir hatten viel Zeit, uns mit unserer Einrichtung zu beschäftigen. „Dabei mussten wir uns neu arrangieren: Homeoffice und Homeschooling wurden zum Alltag, und damit legte der digitale Fortschritt in den eigenen vier Wänden einen Turbo ein“, stellt Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), fest. In der Pandemie habe das Thema Möbel und Einrichten erheblich an Bedeutung gewonnen. „Und die stärkere Hinwendung auf das eigene Zuhause wird auf Dauer bleiben“, ist Kurth überzeugt.

Homeoffice-Lösungen von der Küche bis ins Schlafzimmer
Der Trend zum Homeoffice beflügelt die deutschen Möbelhersteller in allen Bereichen: „Küchenhersteller bieten Homeoffice-Module, Esstische bekommen Ladefunktionen und Schubladen zum Verstauen von Tablets, und auch Schlafzimmermöbel halten 2021 ein ruhiges Plätzchen zum Arbeiten bereit“, berichtet Trendexpertin Katrin de Louw, die in Kooperation mit den Möbelverbänden die Wohntrends 2021 analysiert hat.

Modulare Möbel bieten Flexibilität
Gleichzeitig haben die Unsicherheit, die die Ereignisse des vergangenen Jahres mit sich brachten, und die erhöhten Anforderungen an das Wohnumfeld dazu geführt, dass wir zukünftig möglichst flexible Einrichtungssysteme bevorzugen. Die Verbraucher wollen schnell auf Wandel und einen sich ändernden Bedarf reagieren können. Inspiriert vom modularen Bauen, sind 2021 und darüber hinaus verstärkt modulare Möbelkonzepte zu sehen, die sich den Bedürfnissen schnell und problemlos, bestenfalls werkzeuglos, anpassen. Dieses „Baukastenprinzip“ wird auch dem Trend zur Individualisierung gerecht und gestaltet sich bei den neuen Möbeln deutlich vielseitiger und variantenreicher als zuvor. Aber auch solitäre Möbel können, raffiniert kombiniert, ein eigenes und hochindividuelles „System“ bilden – geprägt von Einzelsesseln, Beistelltischchen, Poufs und Rollwagen – und durch individuelle Kombination ihre Funktionalität wandeln.

Neue Funktionen in den eigenen vier Wänden
Der Wegfall von Lebensqualität durch die vorrübergehende Schließung von Restaurants und Kultur- und Sportstätten sowie durch die eingeschränkten Urlaubsmöglichkeiten inspiriert unmittelbar das Möbeldesign dieser Saison: In der Küche wird wieder viel gekocht. Mit umfangreichen Organisationsmöglichkeiten und Innenausstattungen ist sie so funktional wie nie. Fitnessgeräte und Sportmöglichkeiten werden zunehmend zu Hause integriert. Jedes persönliche Outdoor-Fleckchen erfährt eine liebenswerte Gestaltung. Nahezu alle Segmente – von der Küche bis zum Schlafraum – bieten in dieser Saison Produkte, die auch für den Außenbereich gedacht sind, zur Not auf Rollen, um sie bei Regenwetter auch wieder schnell ins Trockene zu bringen.

Werte werden wichtiger: Naturmaterialien auf dem Vormarsch
Auch die Sinnsuche hat unsere Einrichtung erreicht. Geprägt von den jüngsten Ereignissen, überdenken wir schnellen und gedankenlosen Konsum und sehnen uns nach nachhaltigen und nachhaltig schönen Möbeln. Dabei bestimmen zeitlose Formen die Möbel ebenso wie zunehmend nachhaltige Materialien. Neben dem Zukunftswerkstoff Holz sind weitere Naturmaterialien in unserer Wohnung zunehmend beliebt. 2021 sehen wir auch Flechtwerke aus Hanf und Flachs, Möbel mit Kork, Linoleum und Lederapplikation sowie Textilien aus Naturleinen, Wollfilz oder zertifizierter Baumwolle. Bei den Hölzern bleibt die Eiche führend, Nussbaum unterstützt den Trend zu dunkleren Wohnszenen. Skandinavisches Feeling bringen hellere Hölzer, wie Esche, Birke, Ahorn, insbesondere in das Jüngere Wohnen. Glas bleibt ein wichtiges Material und wird mit umfangreichen LED-Lichtsteuerungen kombiniert, die jede Funktion und Gemütslage 2021 unterstützen können, auch per App über das Smartphone gesteuert. Die Hölzer bekommen zunehmend Grauanteil und werden mit Metall kombiniert, allem voran schwarzem Metall. Aber auch Bronze und Messing sind aktuell nicht aus der Einrichtung wegzudenken.

Dunkle Wohnkonzepte und natürliche Pastelltöne
Der Wunsch nach Geborgenheit und Nachhaltigkeit zeigt sich auch in den Wohnfarbtrends 2021, wie eine aktuelle Trendumfrage der Möbelverbände unter den Mitgliedsfirmen zeigt. Die Farben werden natürlicher, gräulich pudrig und verlieren ihre Egozentrik. Das hat zur Folge, dass auffällige Solitärlösungen out sind, stattdessen werden auch die Farben 2021 zum Teamplayer, die miteinander kombinierbar sind. Es geht nicht länger um die Farbe des Jahres, sondern um nachhaltige Farben. Und mit diesen wird es wieder farbig in der Wohnung, aber nicht bunt. Warme Erdtöne von Sandstein über goldiges Ocker, warmes Braun bis zum erdigen Rotbraun stillen unsere Sehnsucht nach der Natur und werden in diesem Jahr von ruhigen Grün-, Türkis- und Blaunuancen von hell bis dunkel begleitet. Auch das feminine Rosa kommt in diesem Jahr stark vergraut und damit deutlich erwachsener und zeitloser daher. Dunkle Wohnkonzepte betonen Eleganz und bleibende Werte und geben dem Bewohner das Gefühl der Geborgenheit. Dabei bleibt Schwarz sehr wichtig – sowohl als Holz, als auch als Metall, Parsolglas oder in der Küchenfront. Neben diesen eleganten, dunklen Farben finden sich in diesem Jahr eine ganze Reihe ruhiger Pastellfarben, die wie Kreide anmuten und aufgrund ihrer natürlichen Ausstrahlung auch mit den dunklen Erd- und Aquatönen hervorragend zu kombinieren sind. Das führt zu aufregend neuen Wohnfarbkonzepten, die Fröhlichkeit und ebenso Zeitlosigkeit ausstrahlen.

Homefarming in der Küche
Da wir uns im vergangenen Jahr mehr als sonst zu Hause versorgen mussten, sind das Kochen und das Backen so populär wie schon lange nicht mehr. Die Küche 2021 zeichnet sich nicht nur durch das wohnliche Ambiente aus, in dem der Esstisch variabel ausziehbar ist und intelligente Aufbewahrungsmöglichkeiten bietet. Die angesagte Küche ist vor allen Dingen praktisch und möglichst autark. Homefarming – nicht nur mit Kräutern – ist ein großer Trend, der in den kommenden Jahren zunehmen wird. Dabei wird immer weniger Fleisch konsumiert. Im Vordergrund stehen eine gesunde Lebensweise und Ernährung. Gleichzeitig ist das gesunde Kochen auch ein smartes Thema, und der Kühlschrank empfiehlt gesunde Gerichte mit den Zutaten, die noch vorhanden sind. Per Sprachsteuerung oder App lassen sich unter anderem Dunstabzugshauben oder Geschirrspüler in Gang setzen oder die Beleuchtung steuern. Der Saugroboter im Küchensockel hilft, wieder Ordnung zu schaffen, ebenso wie die vielen neuen Innenausstattungen der modernen Küche. Im Trend liegen zudem dünne Arbeitsplatten und Fronten sowie supermatte Oberflächen.

Komfort und Erholung zu Hause
Die Polstermöbel zeichnen sich durch viel Komfort und Bedienfreundlichkeit aus. Sie sind hochflexibel in ihrer individuellen Verstellbarkeit und weisen eine Vielzahl von elektrischen, auch smarten Funktionen auf. Dabei steht das Polstermöbel nicht zwingend an der Wand, sondern macht auch von hinten eine gute Figur. Gleichzeitig werden immer mehr Funktionen zusätzlich integriert, wie etwa Abstellflächen, Aufbewahrung, Licht oder auch Ladefunktionen für Tablet oder Handy. Die Sitzhöhen sind dem demografischen Wandel angepasst: Die Modelle 2021 sind schick und trotzdem für die ältere Generation bequem nutzbar.
Im Schlafzimmer und im Badezimmer ist in diesem Jahr ebenfalls Erholung angesagt. Weiche Formen und Rundungen, florale und organisch inspirierte Muster auf ökologischen Textilien und viele Kissen machen das Schlafzimmer zur Hotelsuite. Smarte Funktionen unterstützen mit Memory Effekt die Liegeposition. Versteckte Fächer in der Schlafzimmereinrichtung schaffen Sicherheit gegen Diebstahl für Liebgewonnenes. Auch das Bad hat in diesem Jahr eine tragende Rolle beim Thema Wohlfühlen und Urlaub zu Hause. Grünpflanzen, Blau- und Grüntöne spielen eine wichtige Rolle, ebenso wie Retroelemente, Mosaike, historische Fliesenoptiken sowie Natursteine. Warme Metallfarben an den Armaturen, etwa Gold und Kupfer, oder alternativ auch schwarze Akzente rücken stärker in den Fokus. Auch Massivholz kommt 2021 zunehmend im Badezimmer zum Einsatz – mit seiner ausdrucksstarken Haptik. Gleichzeitig ist der Spiegel online vernetzt und zeigt beim Zähneputzen bereits den Staubericht für später.

Möbel Made in Germany
Bei all dem umfangreichen Angebot kommt die deutsche Möbelindustrie dem Wunsch des Verbrauchers nach, eine Orientierung für ökologisches Einrichten zu geben. Materialien sollten über ein glaubwürdiges Zertifikat heute ihre Herkunft nachweisen können. Neben dem bekannten Ökotex-Standard und den Holzzertifikaten FSC und PEFC gibt es das Klimapakt-Siegel der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM), dessen Fundament die CO2-Bilanz eines Unternehmens bildet. Im August 2020 kam zudem auf Initiative des VDM das neue geographische RAL-Herkunftsgewährzeichen „Möbel Made in Germany“ heraus, das für langlebige Qualität, zeitloses Design und nachhaltige Produktion bis hin zu kurzen Lieferwegen steht. Knapp 50 Möbelhersteller haben sich bislang mit ihren Möbelprogrammen für den neuen Herkunftsnachweis zertifiziert.

Informationen unter www.moebelindustrie.de

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